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Mundstücke für Paetzold by Kunath Blockflöten

PbK Anblasstücke

PbK Tropfenfänger

Blockflöten aus dem 3D-Drucker

NAWAMU - Forschungsprojekt 3D im Musikinstrumentenbau

Hochwertige Holzblasinstrumente aus dem 3D-Drucker? Ja, wenn der Dreiklang stimmt. Der Gleichklang aus: Können, Maschinen und Material.
Kunath Instrumentenbau forscht im Auftrag des Bundministeriums für Bildung und Forschung seit dem 01.06.2019 an neuen Materialien und Verfahren für den Musikinstrumentenbau. Ziel ist die Entwicklung klimaneutraler und umweltfreundlicher Werkstoffe, die keinen Vergleich mit natürlichen Holzarten scheuen müssen.

Blockflöte aus dem 3D-DruckerGanz so einfach wie auf dem Bild ist es (heute) noch nicht eine Blockflöte im 3D-Drucker enstehen zu lassen.

Das liegt an vielen Gründen. Denn der Dreiklang muss stimmen.
Auch in diesem Fall besteht er, wie immer im Handwerk, aus den drei Säulen: 

- Können
- Maschinen
- Material

Können bedeutet zu wissen, wie ein Instrument geformt sein muss. Auf welche Maße kommt es an? Wer wird das Instrument spielen und wo soll es eingesetzt werden?
Wenn diese grundlegenden Fragen geklärt sind, kann der erfahrene Instrumentenbauer das Modell auswählen, das dem Instrument zu Grunde liegen wird. Dann erst kann er die einzelnen Arbeitsschritte und ihre Reihenfolge planen, die zur Herstellung des Instruments benötigt werden.  

Die Maschinen und Werkzeuge helfen dabei, die Instrumente aus dem rohen Holz entstehen zu lassen. Reine Handarbeit ist bei einigen Arbeitsgängen, aber schon eine Drechselbank ist unverzichtbar. Maschinen senken die Herstellungszeit, ohne dass die Qualität des Endprodukts zwangsläufig sinken muss. So können in vielen Fällen (größere) Blockflöten erst für den Kunden bezahlbar und erschwinglich werden. Ohne Bohrmaschine, Drechselbank und Schnitzmesser geht im konventionellen Instrumentenbau wenig. In größeren Werkstätten kommen noch Fräsen und andere feinmechanischen Maschinen hinzu. Je moderner eine Werkstatt ausgestattet ist, desto nochwertigere und präzisere Werkzeuge können finanziert und eingesetzt werden.

Das Material entscheidet - neben dem Modellentwurf - zu einem sehr großen Teil über den Klang und die Haltbarkeit des Instruments. 
Der Stolz guter Instrumentenbauwerkstätten ist daher ein großes Lager, das mit einer mehr oder weniger breiten Auswahl an geeigneten und gut abgelagerten Holzarten gefüllt ist.
So kann der Instrumentenbauer für das Instrument - respektive den jeweiligen Kundenwunsch - das passende Material auswählen.
Soll das Instrument solistisch eingesetzt werden, oder im Ensemble verschmelzen? Ein gut und sinnvoll ausgewähltes Material macht in der richtigen Abstimmung mit dem Instrumentenentwurf erst vollkommen.

Seit 2015 experimentiert Kunath Instrumentenbau mit den sich rasant entwickelnden Möglichkeiten des 3D-Drucks. Das Material RESONA ist die erste Eigenentwicklung eines Materials, das für die Herstellung der Korpusse großer Blockflöten eingesetzt wird. Das Material hat die mit Palisander vergleichtebare Dichte, wird in den Klangeigenschaften aber von vielen Musikern mit der Wärme und Weichheit von Kirschbaumholz verglichen. Das liegt an der besonderen Art das Material zu verarbeiten.

Ein Material kann aber nicht die Antwort auf alle Fragen im Instrumentenbau geben. Da die Entwicklung solcher Werkstoffe sehr zeitaufwändig und kostspielig ist, fördert das Bundesministerium für Bildung und Foschung diese Arbeiten. Mit Forschungsprogrammen. 
Kunath Instrumentenbau hat sich durch in den letzten Jahren gesammelten Erfahrungsschatz für die Enwicklung und Erforschung neuer Materialien qualifiziert. 
Am 1. Juni 2019 startete das zweijährige Forschungsprogramm NAWAMU - Entwicklung nachhaltiger, akustisch hochwertiger Werkstoffe für additive Fertigungsverfahren zum Einsatz im Musikinstrumentenbau zur Substitution geschützter Holzarten. 

Ziel ist es Druckwerkstoffe zu entwickeln, die nachhaltig, klimaneutral, gesundheitlich unbedenklich und den normalen Werkstoffen (Holzarten) in Bezug auf Klang mindestend ebenbürtig, wenn nicht überlegen, sind. 
Der Projektleiter, Sibo Kunath, erklärt, dass es ein weiteres Ziele der Arbeitsgruppe ist, dass die neuen Werkstoffe auch in Bezug auf die Maßstabilität (durch die Atemfeuchte bedingtes Aufquellen) sowie der Unempfindlichkeit gegenüber starken Temperaturschwankungen den bisher verwendeten überlegen sind.

Natürlich werden Blockflöten aus gewachsenem Holz weiterhin für viele Spieler die erste Wahl beleiben. Aber besonders bei großen Instrumenten oder bedrohten Holzarten zeigen die ersten Ergebnisse, dass die neuen Werkstoffe sich einen rasch wachsenden Freundeskreis erspielen.

 gefördert durch das BMBF